Meine Matterhorn Besteigung


Meine Matterhorn Besteigung hat am 1. Juli bis 3. Juli 2009 statt gefunden. Ich habe das Matterhorn in Begleitung meines Vaters bestiegen. Wir sind am Mittwoch den 01.07.2009 nach Zermatt angereist, da Zermatt eine Autofreie Zone ist mussten wir von Täsch nach Zermatt mit der Bahn fahren. Von Zermatt aus sind wir dann mit der Gondel Zermatt- Schwarzsee Paradiese hochgefahren, oben angekommen auf 2583 m ü M. führt ein etwas mühsamer und hochalpiner Weg zur Hörnlihütte (3260 m ü M.). Wir haben dafür etwa zwei Stunden gebraucht.

Hörnlihütte

Auf der Hörnlihütte heisst es erst einmal „Pause“ machen, um die ganzen Eindrücke zu verarbeiten. Danach sind wir noch eine Stunde klettern gegangen, um ein Gefühl für die Gegend und den Weg zu bekommen. Hier oben befinden sich unzählige falsche Wegspuren von denen man sich leicht verwirren lässt. Am Abend gab es dann noch ein klassisches Matterhorn-Abendessen und danach ist man dann auch schon ins Bett gegangen (21 Uhr). Um 3:00 Uhr morgens klingelten auch schon die ersten Wecker und man quält sich nach einer kurzen unbequemen Nacht aus dem Bett und macht sich fertig zum Aufsteigen. Insgesamt waren wir fünf zweier Seilschaften, darunter auch ein Bergführer mit seinem Gast. Keine Zeit zum Frühstücken! Um 3:45 Uhr ging ich mit meinem Vater aus der Hütte Richtung Einstieg, hinter uns waren noch zwei Seilschaften.


Die Dunkelheit gibt einem ein bedrückendes Gefühl, während man über die Schuttbänder und Couloirs (Rinnen) klettert. Mein einziges Licht war meine Stirnlampe. Das Klettern war sehr riskant wegen der hohen Steinschlaggefahr. Der Fels ist sehr scharf und brüchig. Gegen fünf Uhr fing es dann auch schon an zu dämmern und es wurde allmählich heller. Oft fand man auf dem Weg Bohrhaken, Sicherheitshaken oder Schlingen, die von früheren Seilschaften angebracht wurden und einem ganz schnell vom richtigen Weg abbringen konnten. Hierauf wurden wir schon durch den Matterhorn Tourenführer aufmerksam gemacht und folgt man diesen falschen Wegspuren kann man viel Zeit verlieren. Die Bedingungen für den Aufstieg wurden mit zunehmender Höhe schlechter. Der lange Winter hat viel Schutt und loses Stein mit der Schneeschmelze freigelegt. Immer wieder mussten wir von der Normalroute über schwierige Kletterpassagen ausweichen.

Kletterpassage

Dies hat viel Zeit und Kraft gekostet, schon allein durch die dünne Luft. Viel Zeit zum Essen und Trinken hat man bei so einer Klettertour nicht. Dies wurde bei uns auch ganz schön vernachlässigt und man spürte früh eine leichte Erschöpfung. Etwas unterhalb der Solvay-Hütte angekommen beginnen die eigentlichen Kletterpassagen über Fixseile und Bohrhaken. Es lag noch sehr viel Schnee und der Fels war an vielen Stellen mit Eis überzogen. Hier mussten wir eine Entscheidung treffen, ob wir sicher über die Platten, Türme und über das Dach zum Gipfel kommen. Wir beraten uns mit der Seilschaft mit Bergführrer und einer weiteren Seilschaft. Dabei wurden verschiedene Faktoren einbezogen: Wir sind nicht mehr im Zeitplan. Im Frühsommer ist der Gipfel schon am frühen Mittag mit Wolken verhangen. Die äusseren Bedingungen werden zunehmend schwieriger und die Sicherungsmöglichkeiten sind für Schnee und Eis nicht ausreichend. Hier haben wir die Erfahrung des Bergführers berücksichtigt und alle Seilschaften haben den weiteren Aufstieg abgebrochen. Das war bitter und mir standen die Tränen schon in den Augen.


Kletterpassage

Der Berg hat uns heute nicht nach oben gelassen und die Sicherheit steht beim hochalpinen Klettern nun mal an erster Stelle. Also begaben wir uns auf den Rückweg zur Hörnlihütte. Der Weg war gar nicht so leicht zu finden und von hoher Steinschlaggefahr geprägt. Wir mussten viele Passagen abseilen, weil es zum teil 30 Meter in den Abgrund ging und wir wiederum Couloirs und Kamine durchqueren müssten. Wir machten das Abseilen auch für unsere Sicherheit, da wir schon erschöpft waren. Um 15 Uhr waren wir dann wieder bei der Hörnlihütte und packten unseren Rucksack für die Abreise ins Tal. Wir mussten uns sehr beeilen, da eine Stunde später schon die letzte Gondel fährt, doch schlussendlich erreichten wir noch die Gondel in letzter Minute. In Zermatt machten wir uns dann auf ins Hotel (Le Petit Hotel) und genossen noch den Abend. Am nächsten Morgen haben wir noch einmal die wunderschöne Aussicht aufs Matterhorn von Zermatt aus erblickt und machten uns auch schon fertig für die Heimreise nach Luzern. Wir werden natürlich das Matterhorn nicht aufgeben und es zu einem späteren Zeitpunkt wieder versuchen, wenn der Berg uns wohlgesonnen ist.